Wenn am Mittwochmittag um 13.45 Uhr die Begegnung Österreich gegen Neuseeland angepfiffen wird, ist es für Karin und Birgit Kempinger ein ganz besonderes Duell: Beim FBC Linz Urfahr bringen sie mit ihren Abwehraktionen die gegnerischen Angreiferinnen zum Verzweifeln. Doch das eingespielte Duo läuft dieses Mal in getrennten Farben auf. Während Karin das Trikot der Österreichischen Nationalmannschaft trägt und um den WM-Titel spielt, steht Birgit beim Neuseeländischen Team an der Seitenlinie – und will es den Lokalmatadoren auf dem Centre Court so schwer wie möglich machen.

NZL-Coach: Birgit Kempinger

Die Voraussetzungen könnten dabei unterschiedlicher nicht sein: Österreich gehört seit Jahren zur absoluten Weltspitze, holte bei den bisherigen sieben Austragungen vier Medaillen. Neuseeland ist dagegen absoluter Newcomer und zum ersten Mal bei einer Weltmeisterschaft dabei.
“Es wäre sicherlich eine ziemliche Überraschung, wenn wir Österreich irgendwie in Bedrängnis bringen würden”, sagt Birgit Kempinger. Auf einem Neuseeland-Besuch knüpfte sie Anfang des Jahres Kontakt mit dem jungen Neuseeländischen Faustballverband. “Eigentlich wollten wir nur ein gemeinsames Training machen, aber wir wurden mit solch offenen Armen empfangen, dass daraus ein Übungsleiter-Crashkurs geworden ist.” Einen ganzen Tag brachte die Österreicherin den Interessierten die Grundlagen des Faustballsports bei. Die Euphorie im Newcomer-Land ist seitdem ungebrochen. “Auch wenn es dort aktuell Winter ist haben sie versucht, alle vier Trainingseinheiten draußen zu machen”, weiß Birgit, die auch die Arbeit rund um den Sport schätzt. “Sie sind dort extrem professionell aufgestellt”, sagt sie. Die Mannschaft überzeugte bei den ersten beiden Vorrundenspielen – besonders Vize-Weltmeister Brasilien tat sich schwer. “Die Spielerinnen arbeiten hart und spielen extrem leidenschaftlich.”

Für Karin Kempinger ist es nach Dresden und Curitiba bereits die dritte Weltmeisterschaft. Nach der Finalteilnahme 2014 und dem fünften Platz 2016 soll es vor heimischer Kulisse in diesem Jahr wieder Edelmetall geben. “Ich weiß, dass sich viele Spielerinnen aus Österreich auf das Duell freuen. Für mich ist es sicherlich eine emotionale Angelegenheit”, sagt Schwester Birgit, die – wenn alles passt – das Spiel um Platz 9/10 – das Finale des President´s Cup – anpeilt.
Ganz anders lautet die Zielsetzung bei Österreich. Auch Birgit Kempinger, die neben ihrer Arbeit als Trainerin im Organisations-Team mitarbeitet, hat ihr Heimatland auf der Rechnung: “Österreich gehört sicher zu den Top-Teams. Ich glaube sie schaffen es ins Finale. Das wäre für die Veranstaltung richtig toll.”